Lucky No. 7 mit Meditationsprofessor Andreas de Bruin

De Bruin Andreas Meditation

27 Jul Lucky No. 7 mit Meditationsprofessor Andreas de Bruin

Der Unialltag von Studenten ist normalerweise geprägt von Stress und Anspannung. Besonders in der Klausurenphase kommen da Momente der Ruhe zu kurz. Diese Tatsache möchte Andreas de Bruin verändern, wenn nicht sogar revolutionieren. Er ist Professor für angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule München.

Mittlerweile bietet er mehrere Kurse und Seminare zum Thema Meditation und Achtsamkeit im Alltag in unterschiedlichen Studiengängen an. Das von ihm geprägte Münchner Modell ist mittlerweile ein solch großer Erfolg, dass Andreas de Bruin auch regelmäßig auf Vorträgen und Tagungen im Ausland zu hören ist.

Wie sich diese Themen durch den Alltag des „Meditationsprofessors“ ziehen, haben wir ihr für unsere Rubrik Lucky No. 7 gefragt.

  1. Slow Down: Wie muss Ihr Tag aussehen, damit Sie abends zufrieden ins Bett fallen?

Andreas de Bruin: Zwei Mal 20 Minuten meditieren sowieso, das mache ich seit 1991. Der Tag, so weit wie möglich, fließen lassen, trotz Terminkalender. Und ein guter Umgang mit meiner Umgebung ist mir wichtig, Menschen, Tiere, Pflanzen usw. alles ist eins.

  1. Was hat Sie dazu gebracht, dieses Projekt zu verwirklichen?

Mir hat die Meditation selbst vor allem innere Ruhe gegeben und eine Fokussierung auf die Dinge, die ich tue. Auch hat sie mir geholfen, meinen Lebensweg zu finden und die dafür benötigte Kraft und Energie aufzubringen. Diese Qualitäten auch Studierenden zu vermitteln, ist meiner Meinung nach sehr sinnvoll. Da zudem die Neurowissenschaften mehr und mehr die Wirkung von Achtsamkeit und Meditation untermauern, habe ich im Sommersemester 2010 eine erste Lehrveranstaltung „Meditation“ angeboten.

Damals bewarben sich 65 Studierende auf 15 Plätze. Jetzt umfasst das Münchner Modell neun Studiengänge an vier Fakultäten (Hochschule und LMU München) mit 150 Studierenden pro Semester.

  1. Schokolade, Wutausbruch oder Whisky: Wie ziehen Sie sich aus einem Motivationstief? 

Meditation hilft immer und etwas Leckeres zum Essen auch! Oder ich gehe schwimmen beziehungsweise eine Runde spazieren.

  1. Warum haben Sie sich überlegt, Meditation an Universitäten als Studienfach einzuführen? 

Aus der Forschung weiß man, dass sich viele Fähigkeiten durch die meditative Praxis verbessern lassen – beispielsweise die Konzentration, Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit und die Psychohygiene. Auch zu wissen, wie Achtsamkeit und Meditation in den künftigen Berufsfeldern der Studierenden bereits angewendet wird, ist wichtig. Allerdings war dies alles für mich nicht der Hauptgrund. Es ging mir in erster Linie darum, den Studierenden eine Möglichkeit anzubieten, mehr mit sich selbst in Kontakt zu kommen, die Verbindung zur eigenen Intuition, Inspiration und Kreativität zu fördern.

  1. Warum ist München Ihr Standort geworden?

Als ich 1993 am Münchner Hauptbahnhof aus dem Zug stieg um einen neuen Lebensmittelpunkt auszuloten, wusste ich sofort das München vorläufig meine Stadt wird. Ich bin aber noch immer da! München ist eine schöne internationale Stadt mit viel Kultur, Parks, toller Architektur, aber sie ist nicht so hektisch wie die meisten Großstädte. Man wird nicht aufgesaugt, kann seinen eigenen Rhythmus beibehalten, das gefällt mir.

  1. Ihre Orte zum Entschleunigen in München?

Alte Pinakothek, Olympiaschwimmbad und der Alte Nordfriedhof in der Arcisstraße.

  1. Was hören Sie um sich zu entspannen?

Gerne Klassik oder ich mache selbst Musik, alleine oder gemeinsam mit anderen.

Vielen Dank Andreas de Bruin.

Ein Video vom BR mit Andreas de Bruin gibt es hier.


Fotos: © Andreas de Bruin

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