Lucky No. 7 mit Marlene und Anne von Nata y Limón

28 Sep Lucky No. 7 mit Marlene und Anne von Nata y Limón

Kissen und andere Heimtextilien, gefertigt aus fair gehandelten Stoffen aus Guatemala – das ist die Idee hinter Nata y Limón. Die beiden Gründerinnen Marlene und Anne planen, gemeinsam mit 150 Weberinnen in Guatemala, Stoffe zu designen und dann zu fertigen. Kissen mit sozialer Verantwortung praktisch. Dafür sammeln die beiden gerade auf kickstarter.de noch Startkapital. SlowDown hat ihnen sieben Fragen gestellt.
1. WIE MUSS EUER TAG AUSSEHEN, DAMIT IHR ABENDS ZUFRIEDEN INS BETT FALLT?
Marlene: Die besten Tage sind die, an denen man etwas Schönes erlebt, was man nicht erwartet hat. Zum Beispiel ein nettes Gespräch mit einer Person, die man gerade spontan kennengelernt hat. Wenn ich ein Kompliment über unsere Arbeit höre oder mir jemand sagt, dass unsere Geschichte inspirierend ist. Ein schöner Tag muss unbedingt mit einem Frühstück mit meinem Freund beginnen, guter Kaffee und Müsli. Zur Arbeit in den Impact Hub gehen und dort von den vielen spannenden Sozialunternehmern aus seiner kleinen Welt herausgeholt zu werden. Durch die Stadt radeln. Wenn ich es noch schaffe, zum Yoga oder Salsa gehen oder ein schönes Gespräch beim Abendessen mit meinem Freund.
Anne: Wenn der Tag leicht von der Hand ging, ich schöpferisch tätig sein durfte und, das was ich mir vorgenommen habe von meiner Liste gestrichen ist. Eine neue Erkenntnis aus der wieder neue Gedanken und Ideen entstehen werden, eine interessante und motivierende Unterhaltung mit meinem Großvater, gute Laune in der Luft und lächelnde auf den Straßen, frische Luft, Bewegung, gutes Essen sowie ein entspannter Beat auf den Ohren lassen mich abends zufrieden ins Traumland abdriften.
2. WAS HAT EUCH DAZU GEBRACHT, NATA Y LIMÓN ZU VERWIRKLICHEN?

Marlene: Wir beide kennen uns bereits seit unserem Tourismusstudium 2005. Im Jahr 2015 haben wir beide unabhängig voneinander unsere festen Jobs in Berlin und München gekündigt. Wir haben uns dann dazu entschieden, eine längere Zeit als Freiwillige in sozialen Projekten zu arbeiten und hier unserer Marketingerfahrungen aus unseren vorigen Jobs sinnstiftend einzusetzen.

Anne ging zu einem Bildungsprojekt nach Costa Rica und Marlene zu einem Frauenprojekt nach Guatemala – hier nahm die Idee von Nata Y Limón ihren Ursprung. In Guatemala lernte Marlene sehr viel über das Leben indigener Gemeinden und über die schwierige Rolle der Frau innerhalb dieser Gesellschaftsschichten. Gleichzeitig hat sie die einmalige Maya Textilkunst kennengelernt, welche die Kultur Guatemalas sehr stark prägt und meistens von den Frauen in der Familie weitergegeben wird.
Nach unserer Freiwilligenzeit trafen wir uns beide in Nicaragua und bereisten für ein paar Wochen gemeinsam das Land. An unserem ersten Abend entstand bei Pizza Margherita und Wein die Projektidee zu Nata Y Limón. Im Oktober 2016 kam es dann zur Unternehmensgründung und offiziellen Geburtsstunde von Nata Y Limón.
3. SCHOKOLADE, WUTAUSBRUCH ODER WHISKY: WIE ZIEHT IHR EUCH AUS EINEM MOTIVATIONSTIEF?
Anne: Haha, also Motivationstiefs hatten wir schon das eine oder andere Mal. Wir beide können selber sehr offen über all das reden und uns gegenseitig auch aus solchen Tiefs rausholen. Wir kennen uns schon lange und sehr gut, haben beide die gleichen Erfahrungen mit unseren vorigen Jobs gemacht und uns gemeinsam dazu entschieden, mit Nata Y Limón einen völlig neuen Weg zu gehen. Dass wir diese Erfahrungen teilen, hilft uns sehr dabei uns gegenseitig zu stützen in schwierigen Phasen. Ansonsten…
Marlene: Ein Gespräch mit meinem Freund. Ansonsten hilft bei mir auch einfach nur früh ins Bett gehen und lange schlafen. Am nächsten Tag sieht die Welt oft schon wieder viel besser aus. Was sonst immer gut tut im konkreten Moment, mich wahnsinnig zum Lachen bringt und die Dinge wieder etwas relativieren lässt, sind ein paar Staffeln „Friends“ 🙂
Anne: Stimmt es gibt drei Wege, meistens werden alle abgearbeitet.
a) In mich gehen und versuchen rauszufinden warum ich wütend bin. Irgendwas ist dann wahrscheinlich außer Balance.
b) Tief durchatmen und dankbar sein.
c) Lesen, zum Beispiel Eckhart Tolle.
4. WARUM EIGENTLICH KISSEN?
Die Frage bekommen wir sehr häufig. Bei unseren Kissen geht es um so viel mehr als das Endprodukt zur Dekoration für Zuhause. Wir wollen zeigen, dass in jedem Kissenbezug, jedem Stoff und jedem Produkt weitaus mehr steckt als nur schönes Design. Die persönlichen Geschichten der Weberinnen und das Textilhandwerk machen unsere Produkte zu einzigartigen Stücken, die gleichzeitig Gutes tun! Für uns war von Anfang an wichtig, dass die Kollektion aus Produkten besteht, die zu 100 Prozent in Guatemala gewebt und weiterverarbeitet werden können. Das heißt also, dass auch die Schneiderarbeit in Guatemala erfolgt. So bleibt der größte Teil der Wertschöpfung dort, wo Arbeit dringend notwendig ist und die Menschen langfristig etwas davon haben. Wir wollen in erster Linie die Arbeit für unsere Weberinnen schaffen. Durch die Herstellung von Kissenbezügen aus dem Stoff können wir sehr schneller direkt Arbeit schaffen, weil die Anforderungen an den Schnitt im Vergleich zu Kleidung beispielsweise nicht so hoch und komplex sind und der größte Anteil der Produktkosten tatsächlich bei den Weberinnen bleibt.
5. WARUM IST MÜNCHEN EINER EURER STANDORTE GEWORDEN?

Marlene: Ich kam während meines Masterstudiums 2010 nach München und habe mich sofort in die Stadt und die Nähe zu den Bergen verliebt. Direkt nach Abgabe meiner Masterthesis bin ich in München auf Jobsuche gegangen. Hier bin ich nach 6 Jahren Nomadenleben (Leipzig, USA, Dänemark…) endlich angekommen. Anne und ich führen mit Nata Y Limón jetzt quasi eine „Fern-Geschäftsbeziehung“  zwischen Berlin und München. Zwei sehr unterschiedliche Städte, die uns auf eine wirklich sehr unterschiedliche Weise für Nata Y Limón wahnsinnig inspirieren.

6. EUER ORT ZUM ENTSCHLEUNIGEN IN IN MÜNCHEN?

Marlene: Meine eigene Dachterrasse in meinem Zuhause. Ich kann mir gar nichts Besseres vorstellen, als nach einer anstrengenden Woche Freitagabend unterm Sternenhimmel auf meiner Dachterrasse zu sitzen.

7. WAS HÖRT IHR, UM EUCH ZU ENTSPANNEN?

Marlene: Um ehrlich zu sein, mag ich liebend gerne Ruhe. Also ich döse sehr gerne so vor mich her und tauche in meine eigene Welt und eigene Gedanken ab. Was mich aber sonst super entspannt und mir hilft abzuschalten, ist lateinamerikanische Musik und alte Salsa-Klassiker. Da kommt in mir einfach immer eine super positive und fröhliche Stimmung auf.
Anne: z.B. Rap, FKJ & Tom Misch, Hans Zimmer, Sevdaliza

Marlene und Anne hier unterstützen. 

Fotos: © Jorge Estuardo de León

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